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Erfolgreiche weltweite Zusammenarbeit bei einem Großprojekt in der petrochemischen Industrie

Erfolgreiche weltweite Zusammenarbeit bei einem Großprojekt in der petrochemischen Industrie

30. Juni 2020

Großprojekte im petrochemischen Anlagenbau, deren Umsetzung oft mehrere Jahre dauert, erfordern oftmals die Beteiligung einer Reihe von weltweit tätigen Lieferanten, die bei der Planung, Auslegung und Entwicklung der Anlage hinzugezogen werden. Bei solchen Megaprojekten steht einiges auf dem Spiel, denn angesichts massiver Investitionen erwarten die Betreiber, dass die Anlagen nach der Inbetriebnahme natürlich auch sicher, zuverlässig und profitabel laufen.

Bei einer kürzlich fertiggestellten, 27 Milliarden US-Dollar teuren Großanlage in der asiatisch-pazifischen Region war dies auch der Fall. Mit einer geplanten Produktionskapazität von 300.000 Fässern Rohöl pro Tag und 7,7 Mio. Tonnen verschiedener petrochemischer Produkte pro Jahr, soll der Chemiekomplex auf einer Fläche von ca. 8.900 ha als zentraler Knotenpunkt dienen und dazu beitragen, den wachsenden Energiebedarf der Region in den kommenden Jahren zu decken.

In diesem und ähnlichen Projekten ist das Fluidsystem-Management äußerst wichtig. Die Auswahl der richtigen Fluidsystemkomponenten für die Herstellung und die Zusammenarbeit mit den passenden Lieferanten ist dabei in allen Prozessphasen entscheidend, von der ersten Planungsphase bis hin zur Fertigstellung. Rohrleitungen mit kleinem Durchmesser und Rohrverschraubungen mit kleinen Anschlussgrößen werden in diesen Anlagen bei zahlreichen unterschiedlichen chemischen Verfahren zum Transport von gewöhnlichen Betriebsmedien oder auch Gefahrstoffen verwendet. Sie müssen zudem auf teilweise hohen Druck und/oder hohe Temperaturen im gesamten Komplex ausgelegt sein. Es kann sich als Vorteil erweisen, wenn alle Fluidsystemkomponenten einschließlich Ventilen, Rohrleitungen und Fittingen aus einer Hand bezogen werden. So können für den Betreiber hohe Qualität, aufeinander abgestimmte Produkte und Sicherheit gewährleistet werden. Gleichzeitig wird anlagenweit das Risiko der Vermischung von Komponenten unterschiedlicher Herstellervermieden.

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Bei einem Megaprojekt dieser Größenordnung gestaltet es sich jedoch mitunter sehr schwierig, eine solche Einheitlichkeit zu erreichen. Im Gespräch mit Andrew BT Wong, CEO Swagelok Malaysia, und KK Tan, KCS Manager, haben wir erfahren, wie der Betreiber mehrerer maßgeblicher Fluidsystem-Anwendungen im Komplex die Verwendung einheitlicher Rohrleitungen und Verschraubungen sichergestellt und das Projekt so zu einem absoluten Erfolg gemacht hat.

SB: Auf welche Herausforderungen muss man sich zu Beginn eines Projekts dieser Größe einstellen?

Andrew: Beim Bau einer Anlage dieser Größenordnung sind in der Regel zahlreiche unterschiedliche Akteure aus der ganzen Welt beteiligt, was die Abwicklung teilweise sehr komplex macht. Als kleiner Anhaltspunkt für die Größenordnung: in der Hauptphase der Bauarbeiten waren bis zu 70.000 Mitarbeiter vor Ort in unterschiedlichen Einrichtungen, Projekten und Anwendungen tätig. Die Kommunikation zwischen den Projektbeteiligten, die angemessene Schulung der verschiedenen Installateure und die Sprachbarrieren zwischen den verschiedenen Anbietern aus mehreren Ländern stellten maßgebliche Herausforderungen dar.

An jeder dieser Anwendungen waren viele verschiedene Planungs-, Beschaffungs-, Montage- und Inbetriebnahme-Firmen (EPCC) aus der ganzen Welt beteiligt, die spezielle Fachkenntnisse brauchten, um diese Applikationen oder "EPCC-Pakete" zu entwerfen und zu realisieren. Dieser Trend lässt sich auch in der petrochemischen Industrie immer häufiger beobachten. Die Pakete weisen einen immer größeren Spezialisierungsgrad auf, insbesondere in petrochemischen Anlagen und Raffinerien.

SB: Wie wirken sich diese Pakete auf Fluidsystemanwendungen aus?

KK: Unabhängig vom Betriebsbereich der Anlage haben Produktivität, Zuverlässigkeit und Systemsicherheit bei den Anwendungen höchste Priorität. Viele Prozesse laufen unter hohem Druck oder hohen Temperaturen ab und oft müssen auch gefährliche Stoffe transportiert und Freisetzungen vermieden werden. Leckagen können hierbei massive Sicherheitsrisiken darstellen und die betriebliche Effizienz beeinträchtigen.

Die einheitliche Verwendung hochwertiger Komponenten über mehrere EPCC-Pakete hinweg, setzt sich immer mehr durch und ist besonders bei Großprojekten von entscheidender Bedeutung. Hier geben Auftraggeber bzw. der Betreiber einen bestimmten Hersteller vor, dessen Rohrleitungen und Verschraubungen dann in der gesamten Anlage zum Einsatz kommen. Diese Strategie bietet einige Vorteile. Bei Projekten dieser Größe und so vielen unterschiedlichen Mitarbeitern und Anwendungen ist es langfristig gesehen für die ordnungsgemäße Montage und die Wartung der Ausrüstung über den gesamten Lebenszyklus einfacher, wenn möglichst viele Einzelteile standardisiert werden. Gleichzeitig lässt sich so auch vermeiden, dass inkompatible Komponenten verschiedener Hersteller verwendet werden. In diesem Zusammenhang sollte auch beachtet werden, dass kostengünstigere Fluidsystemkomponenten die vermeintlichen Einsparungen im Vorfeld oftmals nicht wert sind.

Dieser Grundsatz wurde im vorliegenden Projekt berücksichtigt – in allen Fluidsystempaketen im gesamten Komplex wurden Komponenten von Swagelok vorgesehen. Die Bereitstellung dieser spezifizierten Pakete wurde erst durch unsere großartige Teamarbeit möglich. Mindestens 15 Vertriebs- und Servicezentren in Asien und Europa haben eng mit den zahlreichen, am Projekt beteiligten EPCC-Anbietern zusammengearbeitet und wurden dabei vom Team von Swagelok Corporate sowie von der Swagelok Capital Projects Company (SCPC) unterstützt.

SB: Was ist bei der Zusammenarbeit mit EPCC-Kontraktoren zu beachten?

Andrew: Es gibt einige Punkte, die die Zusammenarbeit mit einem Fluidsystemhersteller im gesamten Projekten einfacher machen. Wenn beispielsweise Ventile, Verschraubungen oder Rohrleitungen eines bestimmten Herstellers für zahlreiche Anwendungen oder Pakete spezifiziert werden, ist es bei einem Projekt dieser Größe sehr hilfreich, wenn dieser Hersteller mit den Projektanforderungen und Best Practices des Auftraggebers vertraut ist. Das ist insbesondere in der der frühen Planungsphase von Vorteil, gerade wenn der EPCC-Kontraktor und der Auftraggeber zum ersten Mal miteinander zusammenarbeiten. Auf diese Weise lässt sich der gesamte Planungs- und Montageprozess viel effizienter gestalten. Darüber hinaus kann der Lieferant mit seinem Fachwissen zu relevanten Branchenanforderungen, lokal geltenden Vorschriften und Zertifizierungen dazu beitragen, das Projektmanagement zu verbessern und effizienter zu machen.

Für den Betreiber ist es außerdem von Bedeutung, ob der Lieferant mit den vielen unterschiedlichen EPCC-Kontraktoren in den einzelnen Prozessanwendungen zusammenarbeiten kann. Bei der analytischen Probenahme ist es beispielsweisesehr vorteilhaft, wenn der Lieferant fachkundig ist und so dazu beitragen kann, die Systeme im Hinblick auf eine verbesserte Qualitätskontrolle der Endprodukte zu optimieren. In diesem Projekt in Südostasien hat sich Swagelok in all diesen Bereichen erfolgreich eingebracht.

SB: Sie haben das Thema Effizient angesprochen. Wie wichtig sind effiziente Prozesse in Bauprojekten wie diesem?

KK: Sehr wichtig. Zeit- und Kostenmanagement sind die beiden wichtigsten Faktoren in einem Projekt. Angesichts der immensen Größenordnung dieses Projekts sieht sich der Auftraggeber mit Kosten von bis zu 1Million US-Dollar pro Tag konfrontiert, wenn nur ein Zulieferer die erforderlichen Materialien nicht rechtzeitig liefert – und wenn solche Verzögerungen alle EPCC-Kontraktoren betreffen, steigen die Kosten unter Umständen auf bis zu 25Millionen US-Dollar täglich.

Die Gesamtkosten gewinnen in Projekten wie diesem zunehmend an Bedeutung. Einsparungen dürfen dabei allerdings nicht zu Lasten der Sicherheit und der Fertigstellungsfristengehen. Dadurch wird auch die Auswahl, Standardisierung und reibungslose Installation von Komponenten immer wichtiger – selbst in Großprojekten, die wie zuvor beschrieben in viele unterschiedliche Pakete mit verschiedenen EPCC-Kontraktoren unterteilt werden. Die Anschaffungskosten bei Swagelok-Komponenten sind zwar vielleicht etwas höher, allerdings machen sich die Produkte durch den sicheren und zuverlässigen Betrieb langfristig mehr als bezahlt. Wir bei Swagelok sehen es als Teil unserer Aufgabe an, unseren Kunden und allen Beteiligten aufzuzeigen, warum qualitativ hochwertige und standardisierte Komponenten so wichtig sind – besonders in Anwendungen, in denen inkompatible Komponenten schwerwiegende funktions- und sicherheitsrelevante Konsequenzen nach sich ziehen können.

SB: Gab es bei diesem Projekt noch weitere Besonderheiten? Welche Faktoren sollten Auftraggeber/Betreiber bei der Auswahl des passenden Lieferanten von Fluidsystemkomponenten noch berücksichtigen?

Andrew: Die erfolgreiche Durchführung eines Projekts dieser Größenordnung bedarf guter Koordination und Zusammenarbeit. Alles in allem war dies eine herausragende Teamleistung aller Beteiligten. Es ist wichtig, mit einem global agierenden Lieferanten zusammenzuarbeiten, der Ressourcen und Komponenten für alle Projektphasen bereitstellen kann, der umfassendes Branchenwissen hat und zudem die Anforderungen von Kunden sowie die gesetzlichen Vorschriftenkennt.

In petrochemischen Großprojekten wie diesem sollten Auftraggeber/Betreiber auf flexible, kooperative und verantwortungsvolle Lieferanten zurückgreifen, die Niederlassungen auf der ganzen Welt betreiben. Sie sollten über die notwendigen Logistikkapazitäten verfügen, um eine hohe Anzahl an Komponenten rechtzeitig bereitzustellen und dem Kunden bei Bedarf auch vor Ort mit Rat und Tat zur Seite stehen. Diese Faktoren sind in der heuten Zeit entscheidend für den Erfolg eines Projekts.

Insgesamt ist dieses Projekt ein Paradebeispiel für die herausragende Zusammenarbeit zwischen Swagelok Global Construction Services und unserem globalen Vertriebsnetz. Gemeinsam haben wir dieses Projekt zu einem vollen Erfolg gemacht.

 

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Andrew BT Wong ist CEO von Swagelok Malaysia, einem autorisierten Vertriebs- und Servicezentrum von Swagelok. Er arbeitet bereits seit mehr als 35Jahren mit Swagelok und verfügt über umfangreiche Erfahrungen, die er in verschiedenen Positionen in der asiatisch-pazifischen Region und in Australien gesammelt hat.  

KK Tan ist als Construction Sales Senior Manager bei Swagelok Malaysia tätig. Er arbeitet seit 34 Jahren bei Swagelok und war in unterschiedlichen Funktionen, darunter auch im Bereich Geschäftsentwicklung, in der asiatisch-pazifischen Region tätig.

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