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Checkliste zur Sicherheit in industriellen Fluidsystemen

Checkliste für maximale Sicherheit in industriellen Fluidsystemen

18. Februar 2020 | Mike Frost, Regional Area Manager, Field Engineering (Asien-Pazifik)

In zahlreichen Industriebranchen weltweit sind Fluidsysteme im Einsatz, die Flüssigkeiten und Gase unter hohen Drücken und Temperaturen transportieren. Um die Qualität der Endprodukte und die Sicherheit von Anwendern und Technikern zu garantieren, müssen diese Systeme auf optimale Leistungsfähigkeit und Effizienz ausgelegt sein.

Auf Öl- und Gasplattformen, die häufig an entlegenen Standorten bzw. in großer Entfernung zur Küste installiert sind, hängt die Sicherheit maßgeblich vom zuverlässigen Betrieb der Fluidsysteme ab. Diese Systeme können mitunter sehr weitläufig und komplex sein und bergen damit eine Reihe von potentiellen Risiken. Ein Ausfall oder Versagen der Fluidsysteme ist jedoch keine Option. Wie lässt sich gewährleisten, dass alle Teile der Anlage sicher und zuverlässig arbeiten? In der folgenden Checkliste, finden Sie wichtigsten Punkte, um die Sicherheit in Ihrem System zu optimieren:

✔ Einfache, zuverlässige Auslegung

Systeme mit weniger Komplexität tragen dazu bei, Fehler zu minimieren. In Rohrleitungen mit mehreren Richtungswechseln müssen z.B. zahlreiche Rohrverschraubungen als Verbindungsstellen eingeplant werden. Durch den Einsatz von gebogenen Rohrleitungen lassen sich diese Verbindungsstellen und somit auch potentielle Leckagestellen erheblich reduzieren. Darüber hinaus gestalten sich Wartungs- und Instandhaltungsarbeiten um ein Vielfaches einfacher, wenn das System weniger Verbindungsstellen aufweist. Eine andere Möglichkeit zur Vereinfachung der Systemauslegung besteht darin, auf vorgefertigte Fluidsystemkomponenten eines verlässlichen und vertrauensvollen Partners zurückzugreifen.

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✔ Auswahl der richtigen Bauteile

Für die Auswahl der richtigen Bauteile ist ein umfassendes Verständnis der Prozessbedingungen unumgänglich. Bei statischen Aufladungen in Ihrem Fluidsystem sollten Sie beispielsweise auf einen Schlauch mit einem leitfähigen Metallinnenschlauch oder einem PTFE-Innenschlauch mit Kohlenstoffversatz setzen. So kann die elektrostatische Ladung abgeleitet werden und wird nicht durch den Schlauch entladen. Mit der richtigen Materialauswahl vermeiden Sie potentielle Leckagen.

Zusätzlich ist es wichtig, dass Rohrwerkstoffe für Fluidsysteme miteinander kompatibel sind und die geeignete Härte aufweisen, um zuverlässige Verbindungen sicherzustellen. Metallrohre sollten weicher als die Rohrverbindungen sein, damit die Rohre fest in den Verschraubungen eingespannt sind. Vermeiden Sie beispielsweise die Kombination von Messing-Verschraubungen mit Edelstahlrohren, da diese Verschraubungsmaterialien zu weich sind und keinen ausreichenden Halt am Rohr bieten.

✔ Keine Kombination verschiedener Hersteller

Das Vermischen oder Austauschen von Bauteilen unterschiedlicher Hersteller kann zu unvorhersehbaren Leistungseinschränkungen führen, darunter mögliche Leckagen und Sicherheitsrisiken. Verschraubungen mit einem Rohraußendurchmesser von einem halben Zoll haben möglicherweise nicht dieselben Toleranzen, wenn sie von unterschiedlichen Herstellern stammen. Diese Inkompatibilität kann die Leistungsfähigkeit Ihres Systems beeinträchtigen. Entscheidend ist eine leckagefreie Verschraubung, die hohen Drücken, Vibrationen, Vakuumbedingungen und Temperaturschwankungen standhält. Damit zusammenhängende Risiken lassen sich minimieren, indem Sie Rohre und Verschraubungen von einem Hersteller beziehen.

✔ Befolgen der Herstelleranweisungen

Nachdem sichergestellt ist, dass alle Bauteile eines Herstellers verwendet werden, besteht der nächste wichtige Schritt darin, die Sicherheitshinweise zur Erst- und Wiedermontage einzuhalten. So gewährleisten Sie eine ordnungsgemäße Installation. Dies klingt wie eine Selbstverständlichkeit, aber auch die erfahrensten Techniker sollten sich genau an die Montageanleitung des Herstellers halten. Dadurch vermeiden Sie u. a. die folgenden Probleme:

  • Verschraubungen sind nicht fest genug angezogen, dadurch können Leckagen entstehen oder Rohre ausreißen.
  • Vor dem Festziehen wird nicht darauf geachtet, dass die Rohrleitung fest auf der Schulter des Verschraubungskörpers aufliegt.
  • Das Rohr wird nicht auf Verformungen, Defekte oder Kratzer geprüft, die sich negativ auf die Dichtung auswirken können.
  • Extreme Wanddicken werden nicht anhand der vom Hersteller empfohlenen Beschränkungen für Verschraubungen überprüft.
  • Es wird nicht die korrekte Prüflehre genutzt, um den richtigen Sitz der Verschraubung zu garantieren.

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✔ Berücksichtigen aller Betriebsbedingungen bei der Systemauslegung

Bei der Montage ist das Fluidsystem noch nicht den gängigen Betriebsbedingungen, wie Vibrationen, hohen Drücken bzw. Temperaturen, ausgesetzt –

diese Faktoren müssen jedoch bereits bei der Auslegung des Systems umfassend berücksichtigt werden. Planen Sie angemessene Halterungen ein, damit es in Hochdruckanwendungen nicht zu einer Materialermüdung bei Verschraubungen und Rohrleitungen kommt. Sehen Sie auch einen ausreichenden Bewegungsspielraum vor, da Bewegungen zu einer zusätzlichen Belastung der Bauteile und Verschraubungen führen. Setzen Sie bei Anwendungen mit starken Vibrationen anstelle von Rohren eher auf Schläuche. Hierbei ist zu beachten, dass die Bewegung über eine ausreichende Länge verteilt wird. Denn so werden Biegungen vermieden, die kleiner sind als der Mindestbiegeradius des Schlauchs.

✔ Kennzeichnen kritischer Bauteile

Durch eine konsequente und einheitliche Markierung von Bauteilen lassen sich Fehler vermeiden. Bringen Sie an Ihrer Ausrüstung und den Schläuchen Schilder mit detaillierten Informationen an. So können Ihre Mitarbeiter bei ggf. erforderlichen Anpassungen genau nachvollziehen, zu welchem Zweck die betreffende Einrichtung eingesetzt wird. Möglich ist auch eine bestimmte Farbkennzeichnung für Griffe, Rohre und Schläuche, sodass die Anwender direkt erkennen, welche Flüssigkeiten oder Gase durch das System fließen. Damit reduzieren Sie das Fehlerpotenzial in Ihrer Anlage.

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